Künstler-Talk: Michael Anthony Müller im Gespräch mit Kuratorin Lea Schäfer

 

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Der Berliner Künstler Michael Anthony Müller hat für das Museum Reinhard Ernst die wandfüllende Auftragsarbeit „Titanomachie“ fertiggestellt, über die er anlässlich einer Werkpräsentation am Sonntag, 17. Mai 2026 um 15 Uhr, mit Kuratorin Lea Schäfer sprechen wird. Zu Gast: die Kunsthändler-Legende Rudolf Zwirner 

Das wandfüllende, fünfteilige Gemälde ist als Auseinandersetzung mit dem traditionellen Genre des Schlachtengemäldes angelegt. Ein zentraler Aspekt, der Michael Anthony Müllers malerisches Werk durchzieht, ist die Frage nach der Darstellbarkeit von Inhalten in der Abstraktion und damit das Ausloten der Grenzen der Malerei. Michael Anthony Müller schafft hier mit den reduzierten Mitteln, die Erzählung und abstrakter Malerei gemein sind, einen malerischen Kosmos, der zwischen Zugänglichkeit und Hermetik changiert und dem Götterkampf ein Bild gibt.

Dabei dienen ihm oftmals Motive und Themen der griechischen Mythologie als Ausgangspunkt. So etwa in seinem monumentalen, 5,8 auf 86 Meter messenden Gemälde Der geschenkte Tag (2021–2022/2025), das in 24 Segmenten den Tagesablauf der sogenannten Dioskuren, der Zwillinge Kastor und Polydeukes, darstellt, die nach dem Tod des einen und der Opferung der Unsterblichkeit des anderen in alle Ewigkeit tageweise zwischen dem Olymp  und der Totenwelt des Hades wandern – täglich aufs Neue geboren werden und sterben.

Auch die fünfteilige Malerei Titanomachie (2024–2026) greift eine mythische Erzählung auf: Die des überlieferten Götterkampfs, der vor der Schaffung der Menschheit spielt, die den Machenschaften der olympischen Götter ausgeliefert ist. In einer Zeit vor jeder Ordnung der Welt in menschlichen Dimensionen und Wahrnehmungen.

Michael Anthony Müller: „Abstraktion ist eine Bewegung nach innen, dorthin, wo die Dinge beginnen, sich selbst zu verlieren, wo Form nicht verschwindet, sondern sich so weit verdichtet, dass sie nicht mehr als Gegenstand erscheint, sondern als Druck, als Verhältnis, als ein Kräftefeld, das den Körper nicht darstellt, sondern ihn durchläuft. Ich abstrahiere nicht, um zu entfernen, sondern um freizulegen, was im Sichtbaren bereits arbeitet, ohne sich zu zeigen, jene unruhige Struktur, die unter der Haut liegt, nicht verborgen, sondern unlesbar, weil wir zu sehr an das glauben, was sich abbilden lässt.“

 

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