Vorbereitungen für die Museumseröffnung (1/2)

06.02.2023

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Drei imposante Gemälde und ein winziges Platzproblem.

Der Sammler Reinhard Ernst hat eine Vorliebe für großformatige Kunstwerke. Mit 12,1 × 2,9 Metern belegt Damien Hirsts Gemälde „L-Tyrosine-15N“, den ersten Platz in der Kategorie: „Größtes Werk der Sammlung“. Zwölf Meter – das ist ungefähr so lang wie ein Stadtbus! Doch so beeindruckend die Wirkung dieser großformatigen Arbeiten ist, so komplex ist ihre Handhabung. Was das für unsere Restauratorin bedeutet, erklären wir Ihnen heute:

Was steht an?
Dieses Jahr eröffnet das Museum Reinhard Ernst – davor erhalten alle Werke unserer ersten Ausstellung eine Beauty-Behandlung der Extraklasse. Unter den 60 gezeigten Gemälden befinden sich einige, die so groß sind, dass sie in maßangefertigten Kisten gelagert werden. Dort sind die Leinwände auf einer langen Spule aufgerollt. Drei dieser Exemplare möchte sich unsere Restauratorin noch einmal ganz genau anschauen: Los geht’s!

Keep on rollin’!
Dauerhaft (auf)gespannt sein ist anstrengend und kann echt ermüden – das gilt nicht nur für uns, sondern auch für die Gemälde! Bevor wir die großformatigen Werke allerdings aus ihrem „Ruheraum“ entlassen können, müssen wichtige Vorkehrungen getroffen werden. Denn neue Verschmutzungen oder Beschädigungen gilt es ausdrücklich zu vermeiden. Die Krux bei dem Vorhaben ist unter anderem die Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz. Immerhin misst das größte Werk, das heute untersucht wird, eine Länge von 7,3 Metern. Auf dem Boden findet sich schließlich ausreichend Fläche: Dieser wird zunächst akribisch gereinigt und mit verschiedenen Materialien zum Schutze der Kunst abgedeckt. Mit vereinten Kräften kann dann die großformatige Arbeit aus der Holzkiste vorsichtig abgerollt und ausgebreitet werden. Achtung: Bitte nicht das Tragen der Handschuhe vergessen!

Die Visite
Nachdem für das längste Kunstwerk „Argonaut“ von Friedel Dzubas (1915–1994) zwölf Hände beim Ausbreiten mit anpacken mussten, folgt nun der zweite Teil: die Visite. Zunächst beginnt unsere Restauratorin mit der sorgfältigen Untersuchung des abgerollten Gemäldes – dafür verwendet sie eine spezielle Handleuchte. Anschließend protokolliert und fotografiert sie alle Auffälligkeiten. Stellenweise werden kleine Unreinheiten vorsichtig, ohne Wasser, mit einem speziellen Schwamm entfernt und aufliegende Staubpartikel behutsam abgesaugt.

Um die Arbeitsabläufe zu veranschaulichen, haben wir sie in einem kurzen Clip zusammengefasst.

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Mehr Informationen

 

Bis die Gemälde allerdings reif für ihren Auftritt im Museum sind, werden noch einige weitere Vorbereitungen erfolgen. Wir halten Sie gerne weiterhin auf dem Laufenden. Unterdessen lohnt sich ein Blick auf unseren Facebook-Kanal. Dort berichten wir in regelmäßigen Abständen über verschiedenste Updates aus dem Museumsalltag.

Schreiben Sie uns dort doch, ob Sie die zwei anderen Kunstwerke, die aus ihrem „Ruheraum“ entlassen wurden, erkannt haben!