Das Gemälde Nemesis von Robert Motherwell zeigt eindrucksvoll die intensive Auseinandersetzung des Malers mit der Farbe Schwarz. Für Motherwell war Schwarz kein bloßes Zeichen von Dunkelheit, sondern ein eigenständiger, lebendiger Farbton. Im Zentrum des Bildes steht eine kraftvolle, gestische Form, die zugleich kontrolliert und explosiv wirkt. Sie bleibt abstrakt, ruft jedoch vielfältige Assoziationen hervor und vermittelt eine unterschwellige Bedrohlichkeit, die sich im Titel Nemesis, das Erzfeind oder auch Rache bedeuten kann, widerspiegelt. Der Künstler verbindet hier Gegensätze: spontane, kraftvolle Energie trifft auf bewusste Reduktion und formale Disziplin. Die reduzierte Farbpalette aus Schwarz, hellen Flächen und erdigen Tönen verweist auf kunsthistorische Einflüsse, etwa aus der spanischen Malerei. Zugleich wird die Malerei selbst sichtbar – als Spur körperlicher Bewegung und künstlerischer Entscheidung. So entfaltet Nemesis eine Spannung zwischen Ausdruck und Kontrolle, die wir beim Betrachten spüren können.
Robert Motherwell (1915–1991)
Nemesis, 1981-82
Aktuell ausgestellt: Ja (Kann Abstraktion eine Geschichte erzählen?)
Material: Acryl auf Leinwand
Größe: 152,4 x 111,5 cm
Inv-Nr.: B_563
Bildrechte: VG-Bildkunst, Bonn
Schlagworte:
Vorbesitzer: Privatsammlung New York
Vorbesitzer: Privatsammlung New York
Ankauf: Sammlung Reinhard Ernst, Christie’s New York, 2022
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