Im knapp 9 Tonnen schweren Werk Buscando la Luz III (dt. auf der Suche nach dem Licht) stehen sich drei Elemente gegenüber, die aus monumentalen Blechen aus Cortenstahl gefaltet und gebogen sind. Der Titel verweist auf die Bedeutung des Lichts, das die Skulpturengruppe durch Licht und Schatten erst belebt. Abstrakt und reduziert auf minimale Elemente dreht sich sein gesamtes Schaffen um das Hauptanliegen, Raum, Leere und Licht als architektonische Kräfte zu nutzen. Mit der späten Serie Buscando la Luz fand seine jahrzehntelange künstlerische Auseinandersetzung einen natürlichen Abschluss. Mit dem Einzug der Skulptur ins Museum Reinhard Ernst hat die Stadt Wiesbaden eine künstlerische Verbindung zur Partnerstadt San Sebastián erhalten.

Eduardo Chillida (1924–2002)

Buscando la luz III, 2000

Aktuell Ausgestellt: Ja (Atrium)

Material: Cortenstahl
Größe: dreiteilig, 230 x 236 x 110 cm, 205 x 138 x 222 cm, 192 x 189 x 107 cm
Inv-Nr.: B_517
Bildrechte: VG Bild-Kunst, Bonn

Schlagworte:

Provenienz

Vorbesitz: Museo Chillida Leku, San Sebastián; Privatsammlung, Schweiz
Ankauf: Sammlung Reinhard Ernst, Sotheby’s, London, 2020

Ausstellungsliste

Einzelausstellung:
2020
„Buscando la luz“, Museo Chillida Leku, Hernani, Spanien
Gruppenausstellung:
2002
„Crónica de un Centenario“, Museo San Telmo, Donostia-San Sebastián, Spanien

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Eduardo Chillidas (1924–2002) monumentalen, ortsspezifischen Skulpturen aus Stahl, Stein und Beton sind heute ikonische Werke, so etwa die in seiner Heimatstadt San Sebastián auf drei Klippen montierten Peine del viento (dt. Windkämme) von 1976 oder seine vor dem Berliner Bundeskanzleramt aufgestellte Stahlskulptur Berlin von 1999.

Nach vier Jahren brach er 1947 sein Architekturstudium an der Universität Madrid ab, widmete sich fortan der Zeichnung und Skulptur und zog nach Paris. Nach Rückkehr in die baskische Heimat 1951 begann er mit dem Werkstoff Eisen zu arbeiten: „Ich entschloss mich, Eisen als Material zu nehmen, weil ich fühlte, dass seine relative Fügsamkeit mir helfen würde, meine vage Vorstellung zu verwirklichen. Der Stein ist kompakt. Der Block bleibt unzugänglich, er weist den Raum ab. Und um den Raum als eigentliches Material ging es mir; das Eisen sollte nur als Hilfsmittel dienen, sollte die Saite und der Bogen sein, die ihm zu Resonanz verhalfen.“ [1] Schon früh führte er die ungleichen Ansätze von Architektur und Bildhauerei zusammen, wobei ihn das Zusammenspiel von Leerraum und der äußeren Hülle des Kunstwerks antrieb. Damit bewegte sich Chillida als „Architekt der Leere“ [2], wie er sich selbst einmal bezeichnete, an den Gattungsgrenzen. Seine Skulpturen handeln von Körper und Leere im Raum – von der Schwere des Materials und dem nicht konkret fassbaren „Dazwischen“.

Der Raum, an dem Chillida arbeitet, ist der Raum, den die Skulpturen aus sich heraus im Innern erschaffen. Die Leere gilt nicht als ein Mangel an Volumen, sondern vielmehr als ein von der Masse begrenzter, teils umschlossener oder gar verschlossener Raum: „Ich entschloss mich, Eisen als Material zu nehmen, weil ich fühlte, dass seine relative Fügsamkeit mir helfen würde, meine vage Vorstellung zu verwirklichen. Der Stein ist kompakt. Der Block bleibt unzugänglich, er weist den Raum ab. Und um den Raum als eigentliches Material ging es mir; das Eisen sollte nur als Hilfsmittel dienen, sollte die Saite und der Bogen sein, die ihm zu Resonanz verhalfen.“ [3]

Im knapp 9 Tonnen schweren Werk Buscando la Luz III (dt. auf der Suche nach dem Licht) stehen sich drei Elemente gegenüber, die aus monumentalen Blechen aus Cortenstahl gefaltet und gebogen sind. Der Titel verweist auf die Bedeutung des Lichts, das die Skulpturengruppe durch Licht und Schatten erst belebt. Abstrakt und reduziert auf minimale Elemente dreht sich sein gesamtes Schaffen um das Hauptanliegen, Raum, Leere und Licht als architektonische Kräfte zu nutzen. Mit der späten Serie Buscando la Luz fand seine jahrzehntelange künstlerische Auseinandersetzung einen natürlichen Abschluss. Mit dem Einzug der Skulptur ins Museum Reinhard Ernst hat die Stadt Wiesbaden eine künstlerische Verbindung zur Partnerstadt San Sebastián erhalten.

Literaturverweise

[1] Pierre Volboudt, Chillida, Stuttgart 1967, S. XI, zit. nach: Thomas W. Gaehtgens: Chillidas humanistischer Kunstbegriff, in: Buscando la luz, hrsg. von Carla Schulz-Hoffmann, Pinakothek der Moderne, S. 89.
[2] „Dessiner c’est donner des entraves, des limites a cet espace naissant. Il faut le penser en termes de volumes. La forme en recoit sa facture. Elle se dessine toute seule en fonction des necessites de cet espace qui secrete sa coquille. Comme lui, je suis un architecte du vide.“ zit. nach: Artistes espagnols. Gris, Picasso, Miró, Tàpies, Chillida, hrsg. von Jean Cassou, Ausst.-Kat. Basel: Galerie Beyeler, Basel 1969, S. 80.
[3] Eduardo Chillida, Paris 1964, zit. nach der Übersetzung von Christa Lichtenstern, in: Christa Lichtenstern, Chillida und die Musik, Ausst.-Kat. Bad Homburg: Sinclair-Haus, Köln 1997, S. 16.