In seinem monumentalen Relief Corpo-senza-l’anima collagiert er ausufernde zylindrische und runde Formen aus unterschiedlichen Materialien wie Aluminium, Leinwand und Fiberglas und bricht damit das klassische Bildgeviert der Malerei auf. Mit dem Titel Corpo-senza-l’anima, was auf Deutsch „Körper ohne Seele“ bedeutet, verweist Stella auf ein Volksmärchen des italienischen Schriftstellers Italo Calvino, den er 1984 in Harvard kennenlernte. Calvino war bekannt für seine kurzen, fantastischen Geschichten. So wie Calvino Wörter und Sätze zusammenstellte, um einfache und direkte Geschichten zu produzieren, verwendete Stella einfache, geometrische Formen, um ein Werk zu schaffen, das bemerkenswert simpel und dennoch wirkungsvoll und raumgreifend ist.

Frank Stella (1936–2024)

Corpo-senza-l’anima (Cones and Pillars Serie), 1985

Aktuell Ausgestellt: Ja (1. OG)

Material: Mischtechnik auf Metall und Kunststoff
Größe: 398,8 x 322,6 x 33 cm
Inv-Nr.: B_534
Bildrechte: VG Bild-Kunst, Bonn

Schlagworte:

Provenienz

Vorbesitz: M. Knoedler & Co., New York; Privatbesitz
Ankauf: Sammlung Reinhard Ernst, Phillips, New York, 2021

Ausstellungsliste

Einzelausstellungen:
1991
„Frank Stella 1958–1990“, Kawamura Memorial Museum of Art, Sakura, Japan; Kitakyūshū Municipal Museum of Art, Kitakyūshū, Japan
„Frank Stella: Painting and Relief“, The National Museum of Art, Osaka, Japan
1988
„Frank Stella“, Akira Ikeda Gallery, Taura

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Stella ließ sich für die Serie Cones and Pillars aus einer Vielzahl von Quellen inspirieren, die von der Architekturtheorie bis zur Folklore reichen. Der Serientitel ist vermutlich eine Anspielung auf Paul Cézannes Rat, die natürliche Welt in Zylindern, Kugeln und Kegeln einzuteilen und wiederzugeben. Darüber hinaus war Stella von der geometrischen Darstellung der Säulen und Kegeln in der Abhandlung des französischen Architekten Louis Monduit über das Entwerfen von Steinkörpern für die Architektur (Traité théorique et pratique de stéréotomie von 1889) inspiriert.

Seine Auseinandersetzung mit Architektur zeigt sich auch in seiner Beschäftigung mit der Beziehung zwischen dem Bildraum des Kunstwerks und dem buchstäblichen Raum der Wand, an der es installiert ist. „What painting wants more than anything else is working space. Space to grow with and expand into, pictorial space that encourages unlimited orientation and extension. Painting does not want to be confined by boundaries of edge and surface.“ [1], sagte Frank Stella in einem seiner Vorträge, die er an der Harvard University 1983 und 1984 hielt.

So collagiert er in seinem monumentalen Relief Corpo-senza-l’anima ausufernde zylindrische und runde Formen aus unterschiedlichen Materialien wie Aluminium, Leinwand und Fiberglas und bricht damit das klassische Bildgeviert der Malerei auf. In der freien Bemalung der einzelnen Formen zeigt sich der neue Fokus des Künstlers, der sich in den 1980er Jahren von der Geometrie zu Gunsten der malerischen Geste verschiebt. Mit dem Titel Corpo-senza-l’anima, was auf Deutsch „Körper ohne Seele“ bedeutet, verweist Stella auf ein Volksmärchen des italienischen Schriftstellers Italo Calvino, den er 1984 in Harvard kennenlernte. Calvino war bekannt für seine kurzen, fantastischen Geschichten. So wie Calvino Wörter und Sätze zusammenstellte, um einfache und direkte Geschichten zu produzieren, verwendete Stella einfache, geometrische Formen, um ein Werk zu schaffen, das bemerkenswert simpel und dennoch wirkungsvoll und raumgreifend ist.

Literaturverweise

[1] Frank Stella, Working Space, Cambridge 1986, S. 19.