Mit der Natur und ihren Begebenheiten beschäftigte sich der Däne Per Kirkeby bereits während seines Studiums der Geologie an der Universität Kopenhagen. Die Komplexität geologischer Schichten überträgt er in die Farbschichten der Malerei, wie in Nature Mort I. Das Malen der Motive aus der Natur verbindet er mit psychischen Zuständen und Erlebnissen seiner eigenen Naturerfahrung. Über die Wahl der Farbtöne gelingt es Kirkeby diese Gefühle aus dem jeweiligen Moment in das Gemälde einzuschreiben. Die Erlebnisse, sowie Bildkompositionen und -ideen sammelt er auf Streifzügen durch den Wald. Die fünfteilige Serie Nature Morte von 1987, zu der auch das Werk in der Sammlung Reinhard Ernst gehört, zeigt den Höhepunkt der Entwicklung der Stillleben Kirkebys. 1978 verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt von Dänemark nach Deutschland. Seine langjährigen Professuren an der Akademie in Karlsruhe und der Städelschule in Frankfurt am Main verankern ihn fest in der deutschen Kunstszene.

Per Kirkeby (1938–2018)

Nature Morte I, 1987

Aktuell Ausgestellt: Nein

Material: Öl auf Leinwand
Größe: 200 x 110 cm
Inv-Nr.: B_372
Bildrechte: Standard Copyright Terms

Schlagworte:

Provenienz

Vorbesitz: Mary Boone Gallery, New York, bis 1989; The Steven & Ann Ames Collection, Los Angeles und New York, 1989
Ankauf: Sammlung Reinhard Ernst, Sotheby´s, New York, 2016

Ausstellungsliste

Einzelausstellungen:
1988
„Per Kirkeby“, Mary Boone Gallery, New York, USA
1987
„Per Kirkeby. Gemälde, Handzeichnungen, Skulpturen“, Museum Ludwig, Köln
Gruppenausstellungen:
1989
„Carnegie International“, Carnegie Museum of Art, Pittsburgh, Pennsylvania

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Mit der Natur und ihren Begebenheiten beschäftigte sich der Däne Per Kirkeby bereits während seines Studiums der Geologie an der Universität Kopenhagen, das er mit einer Promotion abschloss. Auf geologischen Expeditionen schulte er seinen Blick auf die Natur und bemühte sich Naturerlebnisse und Beobachtungen in das Medium der Zeichnung zu übersetzen. Diese Herangehensweise behielt er in seiner künstlerischen Praxis bei. Die Komplexität geologischer Schichten überträgt er in die Farbschichten der Malerei, wie in Nature Mort I. Dabei ist er überzeugt, dass es keine reine abstrakte Malerei gibt, da „alles was man sieht, […] mit irgendeinem Gefühl oder Zustand oder Erinnerung verknüpft“ werde. [1] Das Malen der Motive aus der Natur verbindet er mit psychischen Zuständen und Erlebnissen seiner eigenen Naturerfahrung. Über die Wahl der Farbtöne gelingt es Kirkeby diese Gefühle aus dem jeweiligen Moment in das Gemälde einzuschreiben. Die Erlebnisse, sowie Bildkompositionen und -ideen sammelt er auf Streifzügen durch den Wald. Die fünfteilige Serie Nature Morte von 1987, zu der auch das Werk in der Sammlung Reinhard Ernst gehört, zeigt den Höhepunkt der Entwicklung der Stillleben Kirkebys.

Bereits 1962 trat er in die avantgardistische Künstler:innengruppe Den Eksperimenterende Kunstskole in Kopenhagen ein. Dort beschäftigte er sich nicht nur mit Malerei, sondern auch mit Skulptur, Installation, Performance, Film und Grafik bis hin zu Architektur. 1978 verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt von Dänemark nach Deutschland. Seine langjährigen Professuren an der Akademie in Karlsruhe und der Städelschule in Frankfurt am Main verankern ihn fest in der deutschen Kunstszene.

Literaturverweise

[1] Interview mit Per Kirkeby, aus: „Zwischen den Schichten – Per Kirkeby“, Porträt des Künstlers, 1990, Buch und Regie: Rainer Ostendorf, Produktion: WDR. Aufnahme: 3sat 1.9.2013, 2:30–2:42 min.