Yasuo Sumi war seit 1955 Teil der Künstler:innengruppe Gutai und experimentierte – ganz im Sinne der Gruppenidee – mit verschiedenen außergewöhnlichen Malwerkzeugen. Er trug die Farbe mit Alltagsgegenständen wie zum Beispiel einem Kamm auf die Leinwand auf, versuchte aber auch vibrierende Motoren (u.a. Vibratoren) zum Farbauftrag zu nutzen.

Über vier Jahre arbeitete der japanische Künstler an dem Gemälde, das sich in der Sammlung Reinhard Ernst befindet. In diesem Fall nutzte er einen japanischen Rechenschieber, einen sogenannten „Soroban“, als Malwerkzeug. Die Spuren der einzelnen Holzperlen ziehen sich deutlich durch die pastose Farbe und sind auf der gesamten Bildfläche zu erkennen. Das Wort „Soroban“ entwickelte sich zu einem Synonym für Sumis Technik des Farbauftrags mit unterschiedlichen Objekten des täglichen Lebens.

Yasuo Sumi (1925–2015)

Work, 1958–62

Aktuell Ausgestellt: Nein

Material: Mischtechnik auf Leinwand
Größe: 162 x 130,5 cm
Inv-Nr.: B_471

Schlagworte:

Provenienz

Vorbesitz: unbekannt; Sotheby’s, Hong Kong Gallery, Hongkong, 2015
Ankauf: Sammlung Reinhard Ernst, SBI Art Auction, Tokyo, 2019

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Die japanische Künstlergruppe Gutai nimmt in der Sammlung Reinhard Ernst einen besonderen Platz ein. Yasuo Sumi war seit 1955 Teil von Gutai und experimentierte – ganz im Sinne der Gruppenidee – mit verschiedenen außergewöhnlichen Malwerkzeugen. Er trug die Farbe mit Alltagsgegenständen, wie zum Beispiel einem Kamm, auf die Leinwand auf, versuchte aber auch vibrierende Motoren (u.a. Vibratoren) zum Farbauftrag zu nutzen.

Über seine künstlerische Arbeit sagte er: „Schönheit ist für mich nur etwas Oberflächliches. Ich suche das Schmutzige, weil es nie ein Finger berührt hat. Es ist eine große, unberührte Goldmine, die bisher unentdeckt geblieben ist, und aus der ich jetzt funkelnden Reichtum schöpfe. Bei jedem Schritt in der Entdeckung dieses schmutzigen Schatzes bin ich von seiner jungfräulichen Reinheit gerührt.“ [1]

Über vier Jahre arbeitete der japanische Künstler an dem Gemälde, das sich in der Sammlung Reinhard Ernst befindet. In diesem Fall nutzte er einen japanischen Rechenschieber, einen sogenannten „Soroban“, als Malwerkzeug. Die Spuren der einzelnen Holzperlen ziehen sich deutlich durch die pastose Farbe und sind auf der gesamten Bildfläche zu erkennen. Das Wort „Soroban“ entwickelte sich zu einem Synonym für Sumis Technik des Farbauftrags mit unterschiedlichen Objekten des täglichen Lebens.

Der aus Osaka stammende Künstler promovierte 1950 zunächst in Wirtschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als Lehrer für Mathematik. Während er mit dem befreundeten Künstler Shōzō Shimamoto malte, entdeckte er durch einen Zufall, dass der Rechenschieber nicht nur als Arbeitswerkzeug im Unterricht nützlich war, sondern außerdem beeindruckende Farbspuren auf der Leinwand hinterließ. Mit der Aufnahme in Gutai präsentierte Sumi seine Arbeiten regelmäßig in den Ausstellungen der Gruppe, nahm aber auch an zahlreichen internationalen Schauen in Europa und den USA teil.

Literaturverweise

[1] Erschienen in der Zeitschrift „Notizie“, Turin, April 1959, S. 13/14, zit. nach Gutai: Japanische Avantgarde, 1954–1965, hrsg. von Barbara Bertozzi, Klaus Wolbert, Darmstadt: Institut Mathildenhöhe, 1991, S. 435.