WER WAR EIGENTLICH

Helen Frankenthaler

Der amerikanischen Malerin Helen Frankenthaler (1928–2011) gelang, was nur wenigen Zeitgenossinnen vergönnt war: Eine erfolgreiche, internationale Karriere in einer von Männern dominierten Kunst- und Galerienszene. Ihre erste Solo-Ausstellung hatte sie 1951 als 23-jährige in der einflussreichen New Yorker Tibor de Nagy Gallery. Bereits 1959 begann Frankenthaler regelmäßig an großen Ausstellungen teilzunehmen, u.a. an der Venedig Biennale 1966. Das Jewish Museum und das Whitney Museum of Art richteten große Retrospektiven für sie aus. 1989 erhielt sie nach Lee Krasner als zweite Künstlerin eine Einzelschau im MoMa, New York.


In der New Yorker Kunstszene der 1950er Jahre setzte sich Frankenthaler mit der von ihr entwickelten Soak-Stain-Technik durch, bei der verdünnte Farbe in unbehandelte Leinwand einsickert. Als eine der ersten Künstler:innen jener Zeit rollte sie die Leinwand auf dem Boden aus und verteilte die Farbe mit Schwämmen und Bürsten – ein revolutionärer Move. Sie schuf Kompositionen, die das Verhältnis von Farbe, Form und Raum neu ausloteten.


Frankenthalers Schaffen ist ein wesentlicher Beitrag zu einem entschieden modernen Künstler:innenverständnis, bei dem bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts Autorenschaft und Kontrolle unangefochten im Vordergrund standen. 

Sie beschritt einen anderen Weg als die männlichen Zeitgenossen, die actionreich Pinselhiebe und Farbtropfen fliegen ließen. Mit ihrem ureigenen Soak-Stain eröffnete sie der Malerei neue Räume.

Heute wird sie als wegweisende Vermittlerin zwischen dem Action Painting und der Farbfeldmalerei gefeiert. Sie gab der amerikanischen Nachkriegskunst eine entscheidende Wendung. Die Bilder sind vom Willen zum Risiko gezeichnet: Indem Frankenthaler sich selbst in ihrem Kunstschaffen keine Grenzen setzt, entstehen großformatige, freie Malereien voller Strahlkraft. Ein Œuvre, das auch heute von hoher Relevanz ist.

SAMMLUNG REINHARD ERNST

Die weltweit größte Privatsammlung von Helen Frankenthalers Gemälden

Das Museum Reinhard Ernst beherbergt mit 53 Werken die weltweit größte Privatsammlung von Arbeiten der amerikanischen Malerin Helen Frankenthaler. Seit 2011 hat der Museumsgründer und Unternehmer Reinhard Ernst Meisterwerke aus den Jahren 1950 bis 1997 zusammengetragen – ein Konvolut, das lange nahezu im Verborgenen wuchs und erst mit der Eröffnung des mre im Jahr 2024 der Öffentlichkeit zugänglich wurde.


Die Vielfalt der Arbeiten eröffnet einen einzigartigen Einblick in das umfangreiche und vielgestaltige Œuvre der Künstlerin. Die Zusammenstellung zeichnet nicht nur die markanten stilistischen Entwicklungen über fünf Jahrzehnte hinweg nach, sondern umfasst auch herausragende Beispiele einzelner Schaffensphasen, die Frankenthalers künstlerische Innovationskraft besonders eindrucksvoll sichtbar machen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Werken der 1970er Jahre zu.

KATALOG

Hol dir die Gemälde
der Künstlerin in Dein Zuhause

Helen Frankenthaler
Hg. Reinhard und Sonja Ernst-Stiftung
Beiträge von D. Dreishpoon, R. Ernst, L. Kikol, O. Kornhoff, L. Schäfer
Deutsch-englische Ausgabe
160 Seiten, 75 Abbildungen in Farbe
25 × 30,7 cm, gebunden
978-3-7774-4538-0

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PODCAST

Kunstvolles Hörvergnügen

Begleitend zur Ausstellung Helen Frankenthaler. Move and Make produzieren das Museum Reinhard Ernst und die Berliner Audio und TV-Produktion Studio Jot eine sechsteilige Podcast-Serie über eine der innovativsten Künstlerinnen Amerikas. Jeden Dienstag finden Sie hier die neuste Folge zum Reinhören!

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AKTUELL

Helen Frankenthaler im Museum Reinhard Ernst entdecken

Die Künstlerin nimmt unter anderem in der Präsentation im zweiten Stock des Museums nimmt eine zentrale Position ein. In wechselnden Kontexten erscheint sie dort gemeinsam mit ihren Zeitgenoss:innen, etwa mit Weggefährten wie Robert Motherwell, Morris Louis, Kenneth Noland, Jules Olitski und Frank Stella, mit denen sie eng verbunden ist.

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Helen Frankenthaler, Hansel and Gretel, 1975 © Helen Frankenthaler Foundation, Inc. / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Helen Frankenthaler, One O’Clock, 1966 © Helen Frankenthaler Foundation, Inc. / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Noch Fragen?

Wie viele Helen Frankenthaler Werke sind im Besitz der Sammlung Reinhard Ernst?

Die Sammlung Reinhard Ernst umfasst 53 Werke der Künstlerin. Dabei ist das Älteste Provincetown Harbor von 1950 und das jüngste Untitled aus dem Jahr 1997.

 

Helen Frankenthaler, Provincetown Harbor, 1950 © Helen Frankenthaler Foundation, Inc. / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Helen Frankenthaler, Untitled, 1997 © Helen Frankenthaler Foundation, Inc. / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Wie viele Werke der Künstlerin sind aktuell im Museum ausgestellt?

Sie können aktuell drei Werke Helen Frankenthalers in unseren Ausstellungsräumen besichtigen:

Helen Frankenthaler, One O’Clock, 1966

Helen Frankenthaler, Hansel and Gretel, 1975

Helen Frankenthaler, Tight Rope, 1969

Videos zu Helen Frankenthaler

Helen Frankenthaler

Das Jahr 2025 steht im Museum Reinhard Ernst mit zwei Ausstellungen ganz im Zeichen Helen Frankenthalers. Nach Helen Frankenthaler. Move and Make lud das mre mit Helen Frankenthaler moves dazu ein, die wegweisende Kunst der US-Amerikanerin im Dialog mit der Gegenwart zu erleben.

Ausstellungsteaser: Helen Frankenthaler Move And Make

Ausstellungstrailer: Helen Frankenthaler Move And Make

Ausstellungstrailer: Helen Frankenthaler Moves Jenny Brosinski, Ina Gerken, Adrian Schiess

 

 

Lise Motherwell zu Gast im Museum Reinhard Ernst

Am 28. September 2025 bot sich die einzigartige Gelegenheit, Helen Frankenthaler aus erster Hand kennenzulernen: Lise Motherwell, Ziehtochter von Helen Frankenthaler und Tochter des amerikanischen Malers Robert Motherwell, Frankenthalers Ehemann, war zu Gast im Museum Reinhard Ernst. Lise Motherwell, die zugleich auch Vorsitzende der New Yorker Helen Frankenthaler Foundation ist, reiste aus New York an und ließ in einem sehr persönlichen Vortrag Erinnerungen an ihre Kindheit mit zwei berühmten Künstler:innen aufleben.

Teil I

Teil II

Teil III

Helen Frankenthaler auf Instagram

Verschiedene Formate präsentieren die Künstlerin auf zugängliche Weise – schauen Sie doch einmal rein!

Werk der Woche:
Barcelona, 1987

Werk der Woche auf ukrainisch:
Second Wind, 1976

Werk der Woche:
After Hours, 1975

Leihgaben

Vom 18.04. – 23.08.2026 ist das Werk For Hiroshige (1981) im Kunstmuseum Basel in der Ausstellung Helen Frankenthaler zu sehen.

 

Von Frankenthaler inspiriert

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